Geheimakte 2 - Puritas Cordis

Abraxas

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Nina ist zurück

Als die Welle der "neuen" Point'n'Click-Adventures vor rund zwei Jahren ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, war Geheimakte Tunguska einer der absoluten Höhepunkte. Das Spiel erzählte eine spannende Story in bester Thriller-Manier und gefiel dabei vor allem durch logische Rätsel, gelungene Technik und natürlich seine sympathische Hauptdarstellerin Nina Kalenkow. Zwei Jahre nach den Ereignissen des Erstlings muss die Gute unfreiwilligerweise wieder in den Einsatz, um diesmal sogar die ganze Welt vor der sicheren Vernichtung zu bewahren. Für den Spieler bedeutet das mindestens zwölf Stunden feinster Adventure-Unterhaltung mit einer stets spannend erzählten Geschichte rund um eine mysteriöse Sekte und bedrohliche Naturkatastrophen.



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Entspannende Kreuzfahrt? Von wegen!

"Geheimakte 2" beginnt mit einer Kreuzfahrt, auf der sich Nina eigentlich entspannen will. Immerhin hat sie sich von ihrem Freund Max getrennt und die Ereignisse rund um Tunguska haben auch ihre Spuren hinterlassen. Aber wie es sich für eine Heldin gehört, ist ihre Ruhe nur von kurzer Dauer. Schnell lernt sie den Priester David Korell kennen und wird mit dem Mord an einem Geistlichen konfrontiert. Der war in Besitz von geheimen Dokumenten, die nicht weniger als die Apokalypse vorhersagen. Parallel dazu untersucht der gehörnte Max in Indonesien die Ursachen von unerklärlichen Naturkatastrophen, die rund um die Welt auftreten. Und alles scheint mit einer mittelalterlichen Sekte namens Puritas Cordis zusammenhängen... Der Spielverlauf von "Geheimakte 2" erzählt die zwei Handlungsstränge parallel, wobei man wie im Erstling auch mal mehrere Figuren gleichzeitig spielen kann. Für das Verständnis der Geschichte ist es dabei nicht unbedingt nötig, "Tunguska" gespielt zu haben, wobei es natürlich einfacher ist, die Vorgeschichte der Charaktere zu kennen.

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Routinierte Fortsetzung

Das grundlegende Spielprinzip hat sich dabei im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert. In bester Point'n'Click-Manier löst man kleine und große Probleme, kombiniert dabei Gegenstände und führt hervorragend vertonte Multiple-Choice-Gespräche mit den diversen Charakteren. Die sind gewohnt vielschichtig und farbenfroh, vom nervigen Pauschaltouristen bis zum ruchlosen Sektenanführer reicht die Palette an illustren Persönlichkeiten. Trotz der insgesamt ernsten Erzählweise haben es sich die Entwickler nicht nehmen lassen, "Geheimakte 2" mit einer guten Priese Humor zu würzen, etwa, wenn Nina Anspielungen auf Adventure-Kollegen macht. Das Rätseldesign ist wieder einmal gelungen, fast immer kommt man mit logischen Denken weiter. Hilfreich ist dabei die aus dem ersten Teil bekannte Funktion, interaktive Punkte auf dem Bildschirm durch eine Lupe anzuzeigen - das erspart das lästige Absuchen mit der Maus. Grafisch wirkt "Geheimakte 2" wie eine modernisierte Version von "Tunguska". Die Hintergründe und Charaktere sind insgesamt sehr realistisch und überzeugend dargestellt, einzig die Zwischensequenzen wirken etwas veraltet. Umso besser ist der Sound: Neben den perfekt gecasteten Synchronsprechern überzeugt auch der Soundtrack auf der ganzen Linie.

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Computer-Nachrichten.de Meinung

"Geheimakte Tunguska" gehörte zu den besten Adventures 2006 und die Fortsetzung knüpft direkt an die Qualitäten des Erstlings an. Mit wohl durchdachten Rätseln, einer nahezu perfekten technischen Umsetzung, toller Mystery-Story und viel Charme wird "Puritas Cordis" Genrefans sicherlich nicht enttäuschen. Die wenigen Schwächen beschränken sich auf einige Stellen, an denen man nur durch Ausprobieren weiterkommt, und die im Vergleich zur Spielgrafik leicht abfallenden Zwischensequenzen. Zudem dürften sich Adventure-Profis vielleicht ein wenig unterfordert fühlen, wenn der Schwierigkeitsgrad auch in der zweiten Spielhälfte spürbar anzieht. Insgesamt ist "Geheimakte 2" aber ein mehr als würdiger Nachfolger und dürfte Adventure-Fans viel Freude bereiten.

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